Ein neues Forschungsprojekt:
Patientenkompetenz und Prognose

Hintergrund
Fast alle Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium nehmen an, dass sie selbst zur Bewältigung der Erkrankung, sogar zur Verbesserung der Heilungschancen, beitragen können.
Medizinische Erfahrungen sprechen ebenfalls für die Richtigkeit dieser Annahme. Aber der entsprechende medizinisch-wissenschaftliche Beweis ist noch nicht methodisch einwandfrei erbracht worden.

Das Forschungsprojekt PK+P
Der Pf-WGP hat es sich nun zum Ziel gesetzt, die folgende Frage im Rahmen eines Forschungsprojektes zu beantworten: Hängt der Verlauf der Erkrankung bei Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium auch von der Kompetenz und vom Selfempowerment der Patientin ab? Mit anderen Worten: Erhöht die Förderung von Patientenkompetenz und Selfempowerment die Heilungschancen?
Eine kürzlich publizierte US-amerikanische Untersuchung hat in der Tat Hinweise darauf ergeben, dass Patientenkompetenz ein schicksalsentscheidender Faktor sein kann.

Der Projektplan
In einem ersten Projektschritt wird ein Leitfaden zur Förderung der Patientenkompetenz bei Frauen mit Brustkrebs entwickelt werden.
Bei diesem Leitfaden handelt es sich zum Einen um Richtlinien für Patientinnenberater, in denen die möglichen Lehr- und Lernhilfen zur Erlangung von Patientenkompetenz beschrieben werden. Zum Anderen umfassen die Richtlinien Informationen und Arbeitsmaterialien zum Selbststudium für die Patientinnen.
Diese Richtlinien liegen bereits in einer ersten Fassung vor. Sie beruhen auf Erfahrungen, die in einem anderen Projekt der Stiftung Patientenkompetenz gesammelt werden konnten. In einem Zeitraum von 4 Jahren wurden über 400 Patientinnen mit Brustkrebs zum Selfempowerment angeleitet. Dabei hat sich gezeigt, dass Patientenkompetenz lehr- und lernbar ist.

Obwohl diese Richtlinien also auf soliden Erfahrungswerten beruhen, muss trotzdem nachgewiesen werden, dass sie sich allgemein, zum Beispiel in den Händen mehrerer Patientenberater bewähren. Einen solchen Nachweis der Zweckdienlichkeit der Richtlinien nennt man Validierung. Wir rechnen damit, die Validierung der Richtlinien im Jahr 2012 abschliessen und die validierten Richtlinien dann publizieren zu können.

Finanzierung
Die Finanzierung des Forschungsprojektes PK+P haben sich die Stiftungen Patientenkompetenz Deutschland und Schweiz gemeinsam vorgenommen. Dank der weiteren Zuwendungen von Förderern und Sponsoren konnten bisher alle Projektkosten gedeckt werden. Weitere Mittel sind aber erforderlich.



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